Hände sortieren Kassenzettel aus einer Geldbörse
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Organisation & Alltag13. April 20268 Min. Lesezeit

Ausgaben für Kinder aufteilen: fair und ohne Streit

Nach einer Trennung bleibt eine Frage oft offen: Wer zahlt was für die Kinder, und wie teilt man das fair auf? Hier lesen Sie, welche Modelle es gibt, was das österreichische Recht dazu sagt und wie Sie Streit ums Geld vermeiden.

Eine Trennung verändert den Alltag, die Wohnsituation und das ganze Familiengefüge. Die Verantwortung für die Kinder bleibt bei beiden, und damit auch die Frage nach den Kosten. Wer zahlt den Schulausflug, wer den Zahnarzt? Und ist halbe-halbe überhaupt gerecht, wenn einer deutlich mehr verdient als der andere?

Welche Kosten für Kinder anfallen

Bevor Sie über die Aufteilung reden, hilft ein ehrlicher Blick auf die tatsächlichen Ausgaben. Sie lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen.

Laufende Kosten

Diese Ausgaben fallen regelmäßig an und lassen sich gut planen:

  • Essen
  • Kleidung und Schuhe
  • Schulsachen, Hefte und Bücher
  • Taschengeld
  • Beiträge für Kindergarten oder Schule, kleinere Ausflüge
  • Öffis oder Schulbus

Außerordentliche Kosten

Diese Ausgaben kommen einmalig oder unregelmäßig und sind oft höher:

  • Zahnarzt, Zahnspange, Brille
  • Nachhilfe
  • Sportverein, Musikschule, Kurse
  • Urlaub
  • Schulveranstaltungen wie Skikurs oder Projektwoche
  • größere Anschaffungen wie Fahrrad oder Laptop für die Schule

Tipp: Schreiben Sie auf, welche Ausgaben für Sie beide als laufend gelten und welche als außerordentlich. Das wirkt bürokratisch, erspart Ihnen aber viele Diskussionen.

Was das österreichische Recht sagt

Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechtsberatung. Für Ihre Situation wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt für Familienrecht oder an eine Familienberatungsstelle.

Nach § 231 ABGB tragen beide Eltern zum Unterhalt ihres Kindes bei, jeder nach seinen Kräften. Das gilt unabhängig davon, ob sie zusammenleben.

Das Kind lebt hauptsächlich bei einem Elternteil

Wer das Kind im Alltag betreut, leistet seinen Beitrag durch die Betreuung. Der andere Elternteil zahlt Geldunterhalt. Die Gerichte berechnen ihn meist als Prozentsatz vom Nettoeinkommen, je nach Alter des Kindes zwischen 16 und 22 Prozent. Als Orientierung dienen außerdem die Regelbedarfsätze, die jedes Jahr neu veröffentlicht werden. Die aktuellen Werte finden Sie in unserem Artikel zu den Regelbedarfsätzen.

Mit dem laufenden Unterhalt sind die normalen Lebenskosten des Kindes abgedeckt. Für notwendige außergewöhnliche Ausgaben, etwa eine medizinisch nötige Zahnspange, kann zusätzlich Sonderbedarf geltend gemacht werden. Wie viel der unterhaltspflichtige Elternteil davon trägt, hängt von seinem Einkommen ab.

Beide Eltern betreuen ungefähr gleich viel

Betreuen beide Eltern das Kind annähernd zu gleichen Teilen, trägt jeder die Kosten in der Zeit, in der das Kind bei ihm ist. Geldunterhalt fällt dann oft weg oder wird deutlich kleiner. Verdient ein Elternteil erheblich mehr, kann er trotzdem einen Teil zahlen müssen, die Gerichte rechnen das nach einer eigenen Formel aus. Eine starre Halbierung aller Kosten ist bei großen Einkommensunterschieden deshalb rechtlich nicht automatisch fair.

Auch bei gleichteiliger Betreuung sollten Sie außerordentliche Kosten vorher besprechen und schriftlich regeln.

Welches Modell zu Ihnen passt

Die eine richtige Lösung gibt es nicht. Was funktioniert, hängt von Ihren Einkommen, der Betreuungszeit und davon ab, wie gut Sie miteinander reden können.

Aufteilung nach Einkommen

Beide Eltern tragen die Kosten im Verhältnis ihrer Nettoeinkommen. Wer 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens verdient, zahlt 60 Prozent der Kosten. Bei ungleichen Einkommen empfinden die meisten Eltern das als am gerechtesten.

Ein Rechenbeispiel:

  • Elternteil A verdient 2.400 Euro netto, Elternteil B 1.600 Euro.
  • Zusammen sind das 4.000 Euro, A hat also einen Anteil von 60 Prozent, B von 40 Prozent.
  • Die Kinderkosten betragen 600 Euro im Monat.
  • A zahlt davon 360 Euro, B 240 Euro.

Halbe-halbe

Beide zahlen gleich viel, unabhängig vom Einkommen. Das ist einfach, fühlt sich bei deutlich unterschiedlichen Einkommen aber schnell ungerecht an.

Aufteilung nach Bereichen

Jeder übernimmt bestimmte Kosten ganz. A zahlt zum Beispiel Schule und Kleidung, B Sport und Freizeit. Das funktioniert, solange die Bereiche ungefähr gleich teuer sind. Mit der Zeit verschieben sich die Kosten aber oft, und dann muss man nachjustieren.

Ein gemeinsames Kinderkonto

Sehr praktisch ist ein eigenes Konto nur für die Ausgaben der Kinder. So richten Sie es ein:

  1. Eröffnen Sie gemeinsam ein Girokonto, das Sie nur für Kinderkosten verwenden.
  2. Rechnen Sie zusammen aus, wie hoch die laufenden Kosten im Monat sind.
  3. Legen Sie fest, wer wie viel einzahlt, nach Einkommen oder halbe-halbe.
  4. Richten Sie beide einen Dauerauftrag ein. Dann kommt das Geld pünktlich, und niemand muss nachfragen.
  5. Sorgen Sie dafür, dass beide alle Buchungen sehen können.
  6. Vereinbaren Sie einen Betrag, etwa 100 Euro, ab dem Sie größere Ausgaben vorher absprechen.

Halten Sie außerdem schriftlich fest, was vom gemeinsamen Konto bezahlt werden darf und was nicht.

Außerordentliche Kosten führen am häufigsten zu Streit

Laufende Kosten lassen sich planen. Bei der Zahnspange, der Projektwoche oder dem Laptop fürs Gymnasium sieht es anders aus. Streit entsteht meist dann, wenn einer etwas kauft, ohne den anderen zu fragen, und danach das halbe Geld zurückverlangt.

Ein paar Regeln helfen:

  • Legen Sie eine Wertgrenze fest, zum Beispiel 100 Euro. Alles darüber besprechen Sie vorher.
  • Eine kurze Zustimmung per Nachricht oder E-Mail genügt, sie sollte aber nachlesbar sein.
  • Teilen Sie die Kosten nach dem Verhältnis Ihrer Einkommen, wenn Sie nichts anderes vereinbart haben.
  • Wer große Ausgaben allein beschließt und dann Geld verlangt, bekommt oft eine Absage und hat den Streit gleich dazu.

Sinnvoll ist eine Liste typischer Sonderausgaben in Ihrer schriftlichen Vereinbarung, mit einer Regel, wie Sie jeweils damit umgehen. Am besten, bevor der erste Fall eintritt.

Die Familienbeihilfe bei getrennten Eltern

Die Familienbeihilfe beträgt 2026 je nach Alter des Kindes zwischen 138,40 und 200,40 Euro im Monat. Ausbezahlt wird sie an den Elternteil, bei dem das Kind überwiegend lebt. Pro Kind bekommt sie immer nur ein Elternteil.

Betreuen beide Eltern ungefähr gleich viel, können sie untereinander vereinbaren, wie sie die Familienbeihilfe berücksichtigen, zum Beispiel indem der beziehende Elternteil einen Teil davon in das gemeinsame Kinderkonto einzahlt. Gedacht ist die Familienbeihilfe für das Kind. Bei der Aufteilung der Kosten sollte sie deshalb mitgerechnet werden.

Ausgaben gemeinsam erfassen

Zum Streit kommt es vor allem dann, wenn nichts schriftlich vereinbart ist und keiner genau weiß, wer was bezahlt hat. Eine gemeinsame Übersicht hilft: Jede Ausgabe wird mit Beleg erfasst, und beide sehen jederzeit den Stand.

Zweiheim.at ist dafür gemacht. Getrennte Eltern erfassen dort gemeinsam Ausgaben, laden Belege hoch und teilen die Kosten nach dem vereinbarten Schlüssel auf.

Geld sollte im Co-Parenting kein Druckmittel werden. Eine klare, für beide nachvollziehbare Abrechnung nimmt viel Spannung heraus, und davon haben auch die Kinder etwas.

Was in der Praxis hilft

  1. Treffen Sie eine schriftliche Vereinbarung über laufende Kosten, Sonderausgaben und die Wertgrenze für Absprachen. Eine Mediatorin oder ein Mediator kann dabei helfen.
  2. Bei ungleichen Einkommen ist eine Aufteilung nach Einkommen meist fairer als halbe-halbe. Rechnen Sie die Anteile einmal sauber aus und passen Sie sie an, wenn sich ein Einkommen ändert.
  3. Sammeln Sie Belege und erfassen Sie Ausgaben an einem gemeinsamen Ort. Dann erübrigt sich die Frage, wer mehr gezahlt hat.
  4. Schauen Sie sich die Aufteilung einmal im Jahr gemeinsam an. Einkommen, Betreuungszeiten und Bedürfnisse der Kinder ändern sich.
  5. Entscheiden Sie große Ausgaben nie allein. Eine kurze Nachricht vorher schützt beide.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Kinderkosten immer halbe-halbe geteilt werden?

Nein. Halbe-halbe ist nur dann wirklich fair, wenn beide ungefähr gleich viel verdienen. Bei deutlich unterschiedlichen Einkommen ist eine Aufteilung nach Einkommen üblicher. Auch bei gleichteiliger Betreuung kann der besser verdienende Elternteil noch Geldunterhalt schulden.

Was passiert, wenn ein Elternteil nicht zahlt?

Zahlt ein Elternteil den festgesetzten Unterhalt nicht, kann der andere ihn über das Gericht eintreiben lassen und gegebenenfalls Unterhaltsvorschuss beantragen. Bei außerordentlichen Kosten, die vorher nicht abgesprochen waren, ist die Lage schwieriger. Deshalb lohnt sich eine schriftliche Vereinbarung. Eine Anwältin, ein Anwalt oder eine Familienberatungsstelle kann Ihnen im Einzelfall weiterhelfen.

Wer bekommt die Familienbeihilfe, wenn beide gleich viel betreuen?

Die Familienbeihilfe bekommt pro Kind nur ein Elternteil, in der Regel der, bei dem das Kind hauptgemeldet ist und überwiegend lebt. Wie die Eltern sie bei gleichteiliger Betreuung berücksichtigen, können sie untereinander vereinbaren.

Muss ich außerordentliche Kosten zahlen, wenn ich nicht zugestimmt habe?

Notwendige Sonderausgaben wie eine medizinisch nötige Zahnspange muss der unterhaltspflichtige Elternteil je nach Einkommen mittragen, auch ohne vorherige Zustimmung. Bei Ausgaben, die nicht notwendig sind, etwa einem teuren Hobby, ist das anders. Klären Sie vorher, ab welchem Betrag Sie sich absprechen.

Wie oft sollte man die Aufteilung überprüfen?

Einmal im Jahr ist ein guter Rhythmus. Einkommen ändern sich, Kinder werden älter und brauchen andere Dinge, und auch die Betreuungszeiten verschieben sich.

Kann eine Mediation bei der Kostenaufteilung helfen?

Ja. In einer Familienmediation erarbeiten beide Eltern mit einer neutralen Person eine schriftliche Vereinbarung, die beide als fair empfinden. Das ist günstiger und weniger belastend als ein Gerichtsverfahren.

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur Rechtslage in Österreich und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Kostenlose Erstauskunft gibt es zum Beispiel beim Amtstag Ihres Bezirksgerichts oder bei einer Familienberatungsstelle.

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Was bedeutet das für Ihre Familie?

Rechnen Sie es in einer Minute aus. Mit Zweiheim planen Sie danach Betreuung, Absprachen und Ausgaben gemeinsam mit dem anderen Elternteil, kostenlos und ohne Kreditkarte.

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